{"id":508,"date":"2026-07-24T16:59:08","date_gmt":"2026-07-24T16:59:08","guid":{"rendered":"https:\/\/fian-the-bard.com\/?p=508"},"modified":"2026-10-09T14:16:14","modified_gmt":"2026-10-09T14:16:14","slug":"fian-and-the-hunting-wolf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fian-the-bard.com\/de\/the-mistwood-lore\/fian-and-the-hunting-wolf\/","title":{"rendered":"Fian und die wei\u00dfe W\u00f6lfin"},"content":{"rendered":"<p>Die Sonne stieg bereits \u00fcber die Baumwipfel, als Fian die Taverne verlie\u00df.<\/p>\n<p>Nun, er hatte nicht unbedingt damit gerechnet, so sp\u00e4t in die Nacht aufzuspielen, zusammen mit anderen, aber es war ein sehr sch\u00f6ner Abend geworden. Der Met und das Pine-Bier floss weniger, so hatte er keine von Alkohol beschwerten Glieder, als er als Lohn f\u00fcr seine gelungenen Bardendienste ein Lager f\u00fcr die Nacht und ein Fr\u00fchst\u00fcck angeboten bekam. Und so, nach dem Fr\u00fchst\u00fcck machte er sich dann auf zur\u00fcck in die W\u00e4lder.<\/p>\n<p>Der Morgentau lag noch in der Luft, als sich die Holzt\u00fcr schloss, und er langsam und bed\u00e4chtig den Tag begr\u00fc\u00dfte. So ein Bardenleben hat halt immer seine Vor- und Nachteile, ging ihm durch den Sinn. Und nach jener Nacht war ihm klar, dass seine Tage auf dieser Welt wohl gez\u00e4hlt waren. Er w\u00fcrde wiederkommen, dieser Schatten der Nacht, und ihm folgte eine J\u00e4gerin. Doch es ist eben wie es ist, und letztendlich, wenn man etwas nicht \u00e4ndern kann, kann man sich zumindest entscheiden, wie man dem Unausweichlichen gegen\u00fcberstehen m\u00f6chte. Das \u00e4ndert nichts an der Tatsache, wenn das Gesetz von Klaue und Fang einen Tribut fordert, aber es hat irgendwo auch etwas tr\u00f6stliches \u2013 sie gew\u00e4hrte ihm noch ein wenig Zeit hier in dieser Welt, und er war entschlossen, diese zu nutzen, um, ja, eigentlich seinen Frieden mit sich selber zu machen.<\/p>\n<p>Er legte seine Nase in die k\u00fchle Morgenluft und zog die Luft tief ein.\u00a0 Die ersten Blumen \u00f6ffneten sich, und die k\u00fchle schwere der Nebel der Moore lag in der Luft, aber \u2026 da war noch etwas anderes. Er kannte diesen seltsamen Geruch, er hatte ihn \u2026\u00a0<em>Das kann nicht sein, \u2026.\u00a0<\/em>, dachte er sich. Und er ging der seltsamen F\u00e4hrte nach. Und dann im Schatten in der Morgenluft, sa\u00df eine weibliche Gestalt, und beobachtete ihn mit aufgestellten Ohren. Sehr Aufmeksam sa\u00df sie da. Und wartete. Er war unsicher, was er tun sollte, aber irgend etwas wurde scheinbar von ihm erwartet. Ihre blicke trafen sich und, sie l\u00e4chelte. Also nicht dieses \u2019sch\u00f6n, dass Du da bist\u2018 \u2013 L\u00e4cheln, sondern dieses wissende, tiefe, dass sie gefunden hatte wonach sie suchte. Ihre Augen brachen die Morgensonne wie k\u00fchles Glas, und in ihrem blick war eine unendliche Tiefe, ein wissen \u00fcber das Ende aller Dinge und vor allem eins: Tiefer und ehrlicher, aufrichtiger Respekt vor dem, was sie sah. Und ja, in ihrem Blick war zu lesen, dass es keinen Platz f\u00fcr Weglaufen oder Ignorieren gab.<\/p>\n<p>Es ist ein sehr komisches Gef\u00fchl, wenn man seinem eigenen Schicksal schon Auge in Auge gegen\u00fcber gestanden hat, und dann beschlie\u00dft dieses Schicksal seltsame Dinge und besteht danach tats\u00e4chlich noch, <em>reden\u00a0<\/em>zu wollen, in einer Zeit, da alle Worte dieser Welt bereits gesagt waren. Hier jetzt keine Angst zu haben, oder den Todesmut zu beweisen, Rechtfertigungen und Verhandlungen einfordern, nun, Fian hatte viele M\u00f6glichkeiten, und letztendlich traf er f\u00fcr sich eine Wahl.\u00a0Er\u00a0 schulterte seine alte Laute und beschloss, zu ihr zu gehen. Sie richtete ihr Haupt auf und ihre Haltung hie\u00df ihn als Gast bei ihrer Rast willkommen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-144\" src=\"https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/follow-up.png\" alt=\"\" width=\"772\" height=\"397\" srcset=\"https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/follow-up.png 772w, https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/follow-up-300x154.png 300w, https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/follow-up-768x395.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 772px) 100vw, 772px\" \/><\/p>\n<p><em>Sie schauten sich k\u00fchl and, und nach einer Weile stillen Schweigens sprach die W\u00f6fin : \u201eDer kleine Barde, der sich zu mir gesetzt hat, ist wirklich seltsam. Und ja, er hat vor dem Antlitz der Mondin meine volle Aufmerksamkeit.\u201c\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Sie dr\u00fcckte ihm ihre Klaue auf sein Bein, so sehr, dass sie blutig wurde. Und er verstummte. In seinem Blick war kein Widerspruch, keine Angst, einfach diese tiefe Akzeptanz, dass sein Leben in ihren Pfoten lag. Sie sa\u00dfen sich in Stille gegen\u00fcber. In Stille, und ihre ganze Aufmerksamkeit\u00a0auf ihn gerichtet, mit der Akzeptanz der Beute. Schlie\u00dflich beugte sie sich langsam vor, schloss die Augen und nahm seinen Geruch tief in sich auf. Dann fl\u00fcsterte sie leise in sein Ohr: \u201eDer kleine Barde wei\u00df, wann alle Worte, die es zu sagen gibt, gesagt wurden. Das ist gut, denn es gibt noch so endlos viel, was es in der Stille zu lernen gibt, bevor ein Feuer verl\u00f6scht. F\u00fcr heute, kleiner Barde, spiele mir ein Lied. Denn ich bin neugierig, was er zu spielen hat, wenn er sich meiner bewusst ist.\u201c<\/p>\n<p>Mit diesen Worten l\u00f6ste sie ihre Klaue und gab ihn frei und betrachtete das Blut auf ihr. Sie lauschte. Aufmerksam und still. Er nahm seine Laute, um sie unter ihren geduldigen Augen bed\u00e4chtig zu stimmen. Und dann spielte er nicht, sondern begegnete einfach nur ihrem k\u00fchlen Blick. \u201eWas ist los, kleiner Barde, m\u00f6chtest\u00a0 du nicht, um dein Leben spielen?\u201c fragte sie nach einer erneut endlosen Stille zwischen ihnen. Fian musste leicht l\u00e4cheln: \u201eSpielen? Wie die K\u00f6nigin der Nacht es erw\u00e4hnte, es gibt nichts zu spielen. Nicht, wie in jener Nacht, nicht, wie zuletzt in dieser Taverne dort dr\u00fcben.<\/p>\n<p>Wenn ich aufspiele, aus \u00dcberzeugung, aus dem Herzen, und nicht, weil ich um mein Leben mit s\u00fc\u00dfen Worten verhandeln oder betteln will. Wenn das Rad der Zeit es w\u00fcnscht, wird sich ein Lied erheben, aber wer bin ich, dass ich das Recht erhebe, dieses Lied zu singen?\u201c Sie legte den Kopf schr\u00e4g. \u201eUnd\u2026 wenn das Rad der Zeit den roten Tribut fordert, des Nachts im Wald, und das Lied nicht erklungen ist?\u201c Er antwortete mit leicht gesenktem Kopf: \u201eDann\u2026 ist alles gesagt, was es zu sagen gab, und in der Stille liegt die Antwort auf die Frage, ob ich zu spielen gedenke.\u201c<\/p>\n<p>So sa\u00dfen sie sich gegen\u00fcber, J\u00e4ger und Beute, und betrachteten sich gegenseitig. Und \u00fcber allem lag nur diese Akzeptanz der eigenen Rolle. Schlie\u00dflich l\u00e4chelte sie. \u201eKleiner Barde, ich m\u00f6chte, dass Du f\u00fcr mich spielst. Heute in der n\u00e4chtlichen Stunde, in jener Taverne. Und im Antlitz der Mondin, dieses Lied wird kein Schiedsspruch \u00fcber den roten Tribut sein.\u201c Er sah in die G\u00fcte ihrer Augen und wollte erwidern, dass genau dieser\u00a0Schiedsspruch doch eigentlich schon l\u00e4ngst gefallen sei in jener Nacht dort drau\u00dfen in den W\u00e4ldern, doch sie beugte sich vor und legte ihre Klaue auf seine Brust, mit dem Gewicht der Ewigkeit. \u201eKleiner Barde.\u201c, fl\u00fcsterte sie, und es klang wie der leichte Morgenwind, \u201eEs gibt hier nichts weiter zu reden. So wie es nicht mein Recht ist, ein Lied einfach zu fordern, ist es jetzt an dem Barden, zu entscheiden was getan wird. \u00c4ndern wird sich nichts, denn ich habe mich bereits entschieden. Der kleine Barde jedoch hat seine Wahl noch nicht getroffen. Die Zukunft schenkt ihm aus jenem Grund viele dunkle Waldwege, der beschritten werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><em>Wenn es an der Zeit ist, wird er aber einen von ihnen gehen\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p>Mit diesen Worten stand sie auf und verschwand in den tiefen der Nebelw\u00e4lder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sonne stieg bereits \u00fcber die Baumwipfel, als Fian die Taverne verlie\u00df. Nun, er hatte nicht unbedingt damit gerechnet, so sp\u00e4t in die Nacht aufzuspielen, zusammen mit anderen, aber es war ein sehr sch\u00f6ner Abend geworden. 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