{"id":511,"date":"2026-07-27T21:28:40","date_gmt":"2026-07-27T21:28:40","guid":{"rendered":"https:\/\/fian-the-bard.com\/?p=511"},"modified":"2026-10-11T18:22:25","modified_gmt":"2026-10-11T18:22:25","slug":"part-2-the-echo-of-the-night","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fian-the-bard.com\/de\/the-mistwood-lore\/part-2-the-echo-of-the-night\/","title":{"rendered":"Part 2 &#8211; Das Echo der Nacht"},"content":{"rendered":"<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-513 alignleft\" src=\"https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/taven_scene.png\" alt=\"\" width=\"326\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/taven_scene.png 369w, https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/taven_scene-300x162.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 326px) 100vw, 326px\" \/>Fian beendete seinen letzten Akkord und k\u00fcndigte eine Pause an. Er verbeugte sich wie es sich geh\u00f6rte vor seinem Publikum und ging zum Thresen an der Bar. Ja, sein Hals Hals war von der l\u00e4nge der Ballade \u00fcber das Echo der Nacht recht trocken, und so bestellte er sich einen Becher mit Pine Met. Als der Becher so vor ihm stand, sah er bed\u00e4chtig hinein, und fl\u00fcsterte bed\u00e4chtig: \u201eNa dann, auf diesen Abend. Und auf Euch hier in der Taverne, meine Freunde.\u201c Neben ihm fl\u00fcsterte eine ihm wohl bekannte Stimme: \u201eSo schweren Herzens, kleiner Barde? Ihr habt doch Erfolg mit Eurer Geschichte. Ihr beherrscht Euer Handwerk, das gebe ich zu.\u201c Ohne aufzusehen antwortete Fian: \u201eIch hoffe, Ihr seid nicht allzu entt\u00e4uscht, dass ich eine Geschichte, die es wert ist zu erz\u00e4hlen gew\u00e4hlt habe und keine Lobpreisungen auf Eure Sch\u00f6nheit.\u201c Es legte sich eine sanfte Pfote auf die Schulter, und jetzt sah er sie doch an. Fast w\u00fcrde er schw\u00f6ren sie musste irgendwie aus den Tiefen ihrer selbst l\u00e4cheln. \u201eNein gar nicht, kleiner Barde, ganz im Gegenteil. Alle h\u00e4tten in dieser Situation etwas derartiges getan, oder zuindes<\/em><\/p>\n<p><em>t die glorreichen W\u00f6lfe besungen. Du aber hast ein d\u00fcsteres Kapitel aufgeschlagen, das nichts mit dir zu tun hat. Ich bin tats\u00e4chlich neugierig, wie es weitergeht.\u201c Er antwortete leise: \u201eEs ist eben eine jener Geschichten, die es wert ist, erz\u00e4hlt und bewahrt zu werden.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>Die W\u00f6lfin fl\u00fcsterte ihm leise ins Ohr: \u201eAber vergiss bei all deinem Talent nicht, dass ein Weg begangen werden muss. Ob wir wollen oder nicht, wir werden uns des Nachts wiedersehen m\u00fcssen.\u201c <\/em><em>Mit diesen Worten ging sie zur\u00fcck in Ihre Ecke und bettete ihren Kopf auf ihren Pfoten. Er sp\u00fcrte, wie ihre k\u00fchlen Augen heute Abend nur auf ihn und seine Geschichten am Kaminfeuer gerichtet waren.<\/em><\/p>\n<p><em>Er nahm noch einen Schluck von seinem Pine Met, und stimmte dann bed\u00e4chtig seine Laute nach. Dann erhob er sich, um mit hoch erhobenem Haupt die Geschichte des Boraida weiter zu erz\u00e4hlen:<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<div data-testid=\"backstage-chats\">\n<div tabindex=\"0\" role=\"article\" data-tabster=\"{&quot;groupper&quot;:{&quot;tabbability&quot;:2},&quot;focusable&quot;:{}}\" data-content=\"ai-message\" data-testid=\"ai-message\" aria-labelledby=\"NRUfrP9BeNExkZE3FCf5p-author\">\n<div data-testid=\"ai-message-body\">\n<div id=\"NRUfrP9BeNExkZE3FCf5p-content-0\">\n<p>Er war auf sich gestellt und alleine.<\/p>\n<p>Gnadenlos schwanden sie dahin und mit ihnen auch seine Hoffnung zu \u00fcberleben. Am Ende seiner Kr\u00e4fte sank er auf die Knie und sprach laut: \u201eTod? Auf ein Neues, das letztes Mal hast du mich ja doch nicht erwischt!\u201c Mit diesen Worten sackte er kraftlos zusammen und schlief ausgedorrt von Hunger und Durst ein. Fr\u00fch am Morgen erwachte er, wie immer, von einem grausigen Alptraum gesch\u00fcttelt. Ein Knacken, ein Donnergrollen, irgendetwas traf ihn und immer wieder das Gesicht des Schmieds. Er kauerte sich voller Panik zusammen unter einem Ba<\/p>\n<p>um und wartete auf den Sonnenaufgang. \u201eTod, nimm endlich deine gn\u00e4dige Hand und erl\u00f6se mich!\u201c klagte er. Er konnte f\u00fchlen, wie er den Verstand verlor.<\/p>\n<p>Doch nichts geschah.<\/p>\n<p>Oder doch? Oh er h\u00e4tte schw\u00f6ren k\u00f6nnen, dass\u2026 \u2013 Eine Stimme? Still blieb er sitzen und lauschte. Da kam ihm doch tats\u00e4chlich jemand entgegen! Es war eine Frau und sie sang ein Lied. Nun, sie musste von irgendwoher gekommen sein, vielleicht ein Dorf. Sie kann er fragen. Also stand er auf und m\u00fchte sich den Weg entlang, ihrer Stimme entgegen. Schlie\u00dflich, in einem seichten Tal kam sie ihm entgegen.<\/p>\n<p>Sie tanzte und sang.<\/p>\n<p>Als sie Boraida sah, kam sie freudig angelaufen und begr\u00fc\u00dfte ihn herzlich. \u201eWillkommen Fremder\u2026\u201c, kicherte sie, \u201ehast du dich verlaufen?\u201c \u201eNein.. ja\u2026 also ich wei\u00df nicht.\u201c fing Boraida an. Er hatte mit Vielem gerechnet, aber nicht mit dieser Situation hier. \u201eNa, dann komm doch einfach erstmal mit mir mit.\u201c<br \/>\nschlug sie fr\u00f6hlich vor. \u201eSehr gerne!\u201c Boraida war einfach nur gl\u00fccklich, endlich nach so langer Zeit ein anderes Wesen zu treffen. \u201eWie ist denn dein Name?\u201c Sie schaute ihn fr\u00f6hlich an: \u201eIch bin Anna.\u201c So liefen sie gemeinsam den Weg entlang, allerdings zur\u00fcck durch das Tal, aus dem er gerade kam. Nach einer Weile fragte Boraida: \u201eDarf ich fragen, wohin wir gehen?\u201c Sie kicherte fr\u00f6hlich: \u201eZum Schmied! Er ist der einzige hier weit und breit, und er wollte mir etwas ganz besonderes schenken.\u201c<\/p>\n<p>Abrupt blieb Boraida stehen.<\/p>\n<p>Selbst wenn sie den langen Weg schaffen w\u00fcrden, der Schmied war doch von ihm erschlagen worden \u201eAnna\u2026,\u201c, fin<\/p>\n<p>g er vorsichtig an, \u201efindest du nicht, das es etwas weit ist, um einfach mal eben dort hin zu gehen?\u201c Anna schaute ihn mit einer Mischung aus Unverst\u00e4ndnis und Neugier an und deutete auf den sanften H\u00fcgel, der vor ihnen lag: \u201eWieso? das ist doch gleich da oben, links vom Weg.\u201c Als er ihrer Hand mit den Blicken folgte, h\u00f6rte er es:<\/p>\n<p>DING\u2026 DING\u2026 DINGDING\u2026<\/p>\n<p>Er war bis zum Ende seiner Vorr\u00e4te tagelang gewandert, und jetzt\u2026 nein, es muss eine andere Schmiede sein! \u201eKommst du?\u201c, fragte sie und zog ihn an der Hand weiter. Er lie\u00df sich mitziehen, teilweise aus Neugier, teilweise weil er gar nicht so recht wusste, was er tun sollte. Hatte ihn sonst jemand gesehen? Eigentlich nicht, und das hie\u00dfe, er k\u00f6nne gleich als unschuldiger Zeuge zuf\u00e4llig auftauchen. Heimlich lie\u00df er das leere B\u00fcndel, welches er dem Schmied geklaut hatte, hinter einem Baum verschwinden und lie\u00df sich von ihr mitziehen.<\/p>\n<p>Sie erreichten den H\u00fcgel und schlugen sich dort in das Unterholz. Nach ein paar Metern erreichten sie einen kleinen Pfad, welcher sich in Richtung Schmiede schl\u00e4ngelte. Anna kicherte: \u201eviele finden den kleinen Pfad nicht, und bahnen sich einen Weg quer durch das Unterholz.\u201c Boraida wurde abwechselnd hei\u00df und kalt \u2013 irgendwie kannte er den ganzen Ort hier. So wenig kann er doch nicht gewandert sein in all den vielen Tagen!<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich kamen sie um die Ecke und \u2026 da stand er, der Schmied!<\/p>\n<p>Anna lies seine Hand los und rannte freudig auf den Schmied zu, um ihn zu begr\u00fc\u00dfen. \u201eHallo Anna!\u201c rief der Schmied und umarmte sie herzlich. Dann blickte er auf und schaute Boraida direkt in die Augen. \u201eWer ist denn dein Freund?\u201c \u201eAch, nur ein Wanderer, der sich verlaufen hat.\u201c Der Schmied wandte sich Anna wieder zu: \u201eSind wir das nicht alle?\u201c Kichernd sagte<\/p>\n<p>sie: \u201eIch glaube, er muss ganz dringend irgendwo hin\u2026\u201c Der Schmied nahm Anna in den Arm und ging mit ihr zur H\u00fctte. Beil\u00e4ufig sagte er: \u201eJetzt gehen wir erst einmal essen, ich habe einen riesigen Hunger. Boraida hingegen war der Hunger in diesem Moment vergangen.<\/p>\n<p>Was zum Teufel war hier los?<\/p>\n<p>Stunden vergingen, und nach einer Weile kam der Schmied aus seiner H\u00fctte und ging direkt zum Schmiedeblock, um seine Arbeit zu beginnen. Boraida sa\u00df etwas abseits, und wartete auf Anna. Sie kam nicht. \u201eSchmied?\u201c, fragte er, \u201eWo ist Anna geblieben?\u201c Der Schmied antwortete ohne einmal auf zu sehen: \u201eHier ist niemand.\u201c Boraida stand auf und meinte genervt: \u201eDas kann nicht sein, ich bin mit Anna den H\u00fcgel hier hinauf gekommen.\u201c Der Schmied legte sein Werkzeug beiseite und schaute ihm direkt in die Augen Dann sprach er fest: \u201eJ\u00fcngelchen, behauptest du etwa, dass ich l\u00fcge?\u201c Boraida glaubte zu sp\u00fcren, wie der Blick ihn zu durchbohren schien, bis tief in die Abgr\u00fcnde seiner eigenen Seele.<\/p>\n<p>Er erwiderte den Blick und fragte standhaft: \u201eWer bist du?\u201c<\/p>\n<p>Der Schmied taxierte ihn noch einige Sekunden, drehte sich auf einmal um und begann, etwas Eisen in sein<br \/>\nSchmiedefeuer zu legen. \u201eNur der Schmied.\u201c, meinte er, \u201eNicht mehr und nicht weniger.\u201c \u201eDer Schmied?\u201c \u2013 Boraida wurde w\u00fctend \u2013 \u201eDer Schmied von was?\u201c Er antwortete nicht, tat so, als ob diese Frage niemals\u00a0gestellt worden w\u00e4re.\u00a0Boraida ging gerade auf den Schmied zu: \u201eIch habe eine Frage gestellt, h\u00f6flich w\u00e4re eine Antwort! Der Schmied von WAS bist du?\u201c Mit diesen W<\/p>\n<p>orten packte er den Schmied an der Schulter. Da wirbelte er herum und fixierte Boraida mit einem eiskalten Blick: \u201eNur der Schmied von dem, was du siehst.\u201c \u201eUnd\u2026\u201c, fing Boraida ver\u00e4rgert an, \u201ewas sehe ich?\u201c<\/p>\n<p>Der Schmied fing an zu lachen: \u201eEine Schmiede, was sonst?\u201c<\/p>\n<p>Boraida schlug ihm mit der Faust so hart ins Gesicht, dass er zu Boden ging und Blut spuckte. \u201eAlso, fangen wir noch einmal an, du bist der Schmied von WAS? Ich h\u00e4tte gerne ein paar Antworten auf meine Fragen, oder\u2026\u201c \u201eOder Was?\u201c, der Schmied stand auf und schaute Boraida erwartungsvoll an. Anstatt eine Antwort ab zu warten griff der Schmied mit seinen Tellergro\u00dfen H\u00e4nden nach Boraidas Hals und dr\u00fcckte ihm die Luft weg. \u201eDu glaubst doch nicht wirklich, dass sich die Geschichte wiederholt oder?\u201c raunte er grinsend ins Ohr. Boraida sp\u00fcrte wie etwas seine Kehle zuschn\u00fcrte und die Lungen zu brennen begannen \u2013 nach Luft schrien! In Panik griff er nach seinem Messer an der H\u00fcfte und warf es. Er traf das Bein des Schmieds, doch der lachte nur geh\u00e4ssig. \u201eStock und Stein, brechen mir ein Bein, oh\u2026\u201c Im Todeskampf trat und schlug er wild um sich, doch die eisernen Pranken des Schmieds hielten ihn wie Zangen fest und pressten gnadenlos das Leben aus seinem Leib. Irgendwann sank endlich dunkelroter Nebel, der den<br \/>\nBlick verschwimmen lie\u00df. Das letzte, das er noch vernahm, war das wirre Lachen des Schmieds.<\/p>\n<p>Dann wurde es dunkel, still und leer.<\/p>\n<p>Boraida sa\u00df senkrecht im Geb\u00fcsch. Neben ihm lag Anna \u2026 und schlief? Er stubbste sie an. \u201eAnna?\u201c, fragte er. Sie r\u00e4k<\/p>\n<p>elte sich und rieb sich dann den Schlaf aus den Augen. \u201eGuten Morgen!\u201c, rief sie fr\u00f6hlich. Er dachte nach. Immerhin lebte er noch, also schlecht konnte der Morgen schon einmal nicht sein. Aber wie ist er hierhin gekommen? \u201eHast du mich hierher gebracht?\u201c, fragte er. Sie schaute ihn fragend an: \u201eNe, wir sind von dahinten gekommen und haben uns hier schlafen gelegt.\u201c Dann kicherte sie \u201eUnd du hast im Traum gesprochen. Ist ja lustig, was du alles getr\u00e4umt hast.\u201c Er dachte nach. Na ja, das w\u00fcrde wohl vieles erkl\u00e4ren. Wenn ALLE Erlebnisse bis jetzt ein Traum gewesen waren, dann w\u00fcrde es bedeuten, dass\u2026<\/p>\n<p>Er schaute nach den Stichwunden, die er immer im Traum erlitten hat.<\/p>\n<p>Sie waren nicht da. Keine einzige. Also doch ein Traum? Misstrauisch blickte er sich um. Die r\u00f6tliche<br \/>\nMorgensonne blitzte durch die Zweige und hier und da zwitscherte ein Vogel sein Morgenlied, eine Biene<br \/>\nsummte vorbei. Er \u00f6ffnete seinen Vorratsbeutel. Ja, da waren noch viele Lebensmittel, mehr als genug. Und er hatte Hunger. Es ist als h\u00e4tte er tagelang nichts gegessen. Naja, dachte er sich, bestimmt alles nur Einbildung, bei einem so echt erscheinenden Traum. \u201eHast du Hunger, Anna?\u201c fragte er, als er das Fr\u00fchst\u00fcck vorbereitete. \u201eOh ja\u201c, antwortete sie, \u201eich k\u00f6nnte ein ganzes Spanferkel verdr\u00fccken. Aber Brot wird es auch tun, denke ich.\u201c Dann kicherte sie.Er dachte nach, was wollten sie hier eigentlich noch,<br \/>\nirgendwie ist es ihm entfallen. Naja, dachte er sich, sie wird es bestimmt wissen. Also fragte er vorsichtig mit einem schiefen Grinsen: \u201eUnd was machen wir nach dem Fr\u00fchst\u00fcck?\u201c \u201eOch\u2026\u201c antwortete sie und warf sich demonstrativ zur\u00fcck in ihr Bett aus weichem Waldboden zur\u00fcck, \u201ewie w\u00e4re es, wenn wir hier bleiben, und einfach mal rasten? Wir sind ja schlie\u00dflich<\/p>\n<p>nicht seit gestern unterwegs. Und der Schmied l\u00e4uft uns nicht weg.\u201c Sie streckte sich genussvoll auf dem weichen Boden und kicherte. Er setzte ein schelmisches L\u00e4cheln auf, aber in seiner Kehle sp\u00fcrte er nichts anderes als einen erstickten und<\/p>\n<p>lautlosen Schrei.<\/p>\n<p>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck gingen sie gemeinsam einen sanften H\u00fcgel hinauf. Jenen, den er schon so oft gesehen hatte im Traum. Nur der Wald war nicht als ewiger Grabh\u00fcgel dem Tode geweiht, still und eisig, sondern voller Leben. Kaninchen spielten am Wegesrand, V\u00f6gel sangen um die Wette und das Stakkato eines Spechts\u00a0stimmte munter mit ein. Boraida wusste nicht, wo er zuerst hinschauen sollte, so viel gab es zu entdecken und zu sehen. Anna tanzte neben ihm gl\u00fccklich den Weg hinauf und freute sich \u00fcber jedes Wesen, welches sie sah. Welch sonniges Gem\u00fct, dachte sich Boraida, so was hatte er noch nie erlebt. Unvermittelt blieb sie stehen und kniete sich dann hin, um mit irgendjemandem zu reden. \u201eHallo, Herr Hummel\u201c, fing sie an, \u201eWie ist das werte Wohlbefinden?\u201c, kicherte sie. Boraida schaute ihr neugierig \u00fcber die Schulter und auf\u00a0einer Butterblume am Wegesrand sa\u00df wirklich eine Hummel und brummte mit den Fl\u00fcgeln. \u201eIst nicht war, echt?\u201c, staunte Anna, \u201eUnd das habt ihr gemacht?\u201c kicherte sie wieder. \u201eAber findet ihr das nicht etwas unfair?\u201c Boraida stubbste sie leicht an: \u201eWas\u2026 \u00e4hm\u2026 was machst du da, Anna?\u201c \u201eOch,\u201c meinte sie knapp, \u201eich h\u00f6r mir nur den neuesten Klatsch und Tratsch an. Du g<\/p>\n<p>laubst ja gar nicht, was seinem Vetter dritten Grades hier in der N\u00e4he passiert ist, BOA\u2026!\u201c \u201e\u00d6h\u2026 ja\u2026 also\u2026\u201c, fing Boraida an, \u201efindest du nicht, das es etwas wichtigeres gibt, das wir tun m\u00fcssen?\u201c<\/p>\n<p>Sie stand auf und schaute ihn mit ihren bleigrauen Augen an.<\/p>\n<p>\u201eWas denn?\u201c, fragte sie neugierig. \u201eAlso ich gehe nur zum Schmied, weil du zum Schmied gehen willst.\u201c \u201eAber ich dachte, du hast \u2026 \u201e, fing sein Protest an, aber irgendwie fand er nicht die richtigen Worte, da er ja alles nur getr\u00e4umt hatte. Und das hie\u00dfe, dass Anna eben nicht auf den Weg zum Schmied ist. Wenn er sich doch nur erinnerte, was er tun wollte, verdammt noch eins! \u201eWas hast du denn wichtiges zu tun?\u201c, bohrte sie nach. \u201eDas hast du mir \u00fcberhaupt noch gar nicht erz\u00e4hlt!\u201c Er glaubte ein Funkeln in den Tiefen ihrer Augen zu sehen, als sie bemerkte, dass da ein Messer war in seinem Ego, welche sie genussvoll herumdrehen kann. \u201eNaja, \u2026\u201c sagte er hilflos, \u201eist so \u201ane Art von Geheimauftrag, da darf ich nicht so reden.\u201c Sie nahm ihn bei der Hand und zog ihn weiter: \u201eNa denn mal los, Herr Geheimnistr\u00e4ger!\u201c Schweigsam lief er mit.<\/p>\n<p>DING DIND DING\u2026. DINGDING \u2026 ZSCH\u2026<\/p>\n<p>Unheil verk\u00fcndend dringen die Ger\u00e4usche der Schmiede durch den Wald. Je mehr sie sich der Schmiede n\u00e4herten, desto stiller wurde es. Es war, als wenn die Natur und alles Leben respektvoll Abstand hielt vor diesem Ort. Anna zog Boraida gnadenlos in diese eisige Stille. Er lies sich mitziehen. \u201eKomm schon, oder traust du dich nicht?\u201c, fl\u00f6tete sie fr\u00f6hlich dabei. Er seufzte, dachte nur noch daran, diese schicksalhafte Begegnung hinter sich zu bringen und endlich \u2026ja\u2026woh<\/p>\n<p>in eigentlich dann zu gehen?Vielleicht ist diese Schmiede ja wirklich das Einzige, was er im Augenblick noch hat in seinem Leben?<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich standen sie vor der Abzweigung. Nebel legte sich wie aus dem Nichts \u00fcber das Land und<br \/>\ndie Zeit schien still zu stehen. Nur noch er, Anna und diese verfluchte Schmiede waren da. \u201eNa los jetzt, du Wanderer!\u201c Anna zog ihn gnadenlos in das Unterholz. Die Dornen ritzten ihn an den Versen und er stolperte mehr als nur einmal. Und dann standen sie vor der Schmiede.<\/p>\n<p>Da stand er, der Schmied.<\/p>\n<p>Doch sein Anblick, Boraida gefror das Blut in den Adern. Ein Auge des Schmieds war rot gef\u00e4rbt und er hatte W\u00fcrgemale am Hals! Das Bein war verbunden von einer Stichwunde. Er sah seine beiden G\u00e4ste an und sagte nichts. Schaute einfach nur, mehr nicht. Schlie\u00dflich zerschnitt Anna diese Stille mit ihrer fr\u00f6hlichen Stille: \u201eIch habe ihn wiedergefunden, den verlorenen Wanderer. Ist das nicht toll?\u201c Der Schmied nickte: \u201eJa, die Tr\u00e4ume finden alles.\u201c Anna kicherte: \u201eMeinst du, er verl\u00e4uft sich wieder?\u201c Der Schmied schaute aus seinem blutroten Auge heraus Boraida gro\u00df an und zuckte dann mit den Schultern: \u201eDas wird sich zeigen.\u201c Mit diesen Worten drehte er sich um und schmiedete weiter.<\/p>\n<p>DING \u2026 DING \u2026 DINGDING\u2026 ZSCH<\/p>\n<p>\u201e\u00c4h\u2026 Herr Schmied?\u201c Der Schmied hob die Hand: \u201eEinen Augenblick, ich bin gerade an einer kritischen<\/p>\n<p>Stelle!\u201c Anna lie\u00df Boraidas Hand los und lief zum Schmied hin. Der Schmied hielt ein glattes Blatt Metall hoch und Anna fragte: \u201eUnd, ist es fertig?\u201c Der Schmied nickte, und antwortete: \u201eLass uns was Essen gehen.\u201c<\/p>\n<p>Damit nahm er Anna in den Arm und sie gingen zu der H\u00fctte hin\u00fcber.<\/p>\n<p>Boraida blieb alleine zur\u00fcck, und sah sich um. Auf dem Amboss lag noch das glatte Metallblatt. Neugierig ging er hin und nahm es in die Hand. Seltsame Linien und Figuren waren darauf zu sehen, aber er konnte nichts erkennen. Und dennoch, es war ihm alles bekannt. Fasziniert betrachtete er die Linien.<\/p>\n<p>\u201eJa, das ist f\u00fcr dich, J\u00fcngelchen\u2026\u201c<\/p>\n<p>Boraida zuckte zusammen, er hatte gar nicht bemerkt, wie der Schmied wieder herausgekommen war. \u201eWo ist Anna?\u201c, fragte er. \u201e\u00dcberall und Nirgends.\u201c antwortete der Schmied, \u201eHast du sie nicht erkannt?\u201c \u201eDu meintest, Tr\u00e4ume finden alles\u2026 Ist sie das? Ein Traum?\u201c Boraida schaute den Schmied fragend an. \u201eSie, Du, Ich\u2026 ist das wichtig, wer wessen Traum ist? Du bist hier.\u201c \u201eWie bin ich hierher gekommen?\u201c Der Schmied schaute Boraida aus seinem roten Auge<\/p>\n<p>an: \u201eWie alle, die hierher kommen, wenn sie nicht wissen, wohin sie gehen sollen.\u201c \u201eWie oft war ich schon hier?\u201c, fragte Boraida. \u201eIst das wichtig?\u201c, meinte der Schmied. Boraida runzelte die Stirn\u2026 \u201enicht wirklich\u201c antwortete er. \u201eAber woher komme ich? Bin ich tot?\u201c \u201eNein\u201c antwortete der Schmied, \u201eTot bist du nicht. Andrerseits, was ist schon der Tod, wenn du nicht gelebt hast oder wei\u00dft, wo dein Leben ist?\u201c \u201eIch m\u00f6chte nur wissen, wer ich bin, und wie ich nach<\/p>\n<p>Hause zur\u00fcckkomme.\u201c \u201eM\u00f6chtest du wirklich dein altes Leben zur\u00fcck?\u201c, fragte der Schmied. \u201eDeswegen bin ich hier, oder? Mein altes Leben ist irgendwie gestorben und ich wusste nicht wohin?\u201c Der Schmied sagte: \u201eDas wei\u00df ich nicht, warum du hier bist. Du bist aber hier, und das ist die Tatsache.\u201c Boraida schaute sich das metallene Blatt an, und sah, wie sich feine Linien darauf abzeichneten, in den hellsten Farben glitzerten. \u201eIch halte hier mein altes Leben in der Hand, oder? Ist es denn besser als der neue Weg?\u201c Der\u00a0Schmied zuckte mit seinen Schultern: \u201eEs ist ein neuer Weg. Du kannst alles sein, was immer du willst. Tr\u00e4ume leben. Oder wieder dorthin zur\u00fcck, wo du hergekommen bist.\u201c \u201eWie bin ich denn hierher gekommen?\u201c, fragte Boraida. \u201eNun, du wusstest nicht mehr, wo du sonst hin gehen solltest. Alle kommen dann zu mir.\u201c \u201eUnd wer bist Du, Schmied?\u201c Statt einer Antwort dr\u00fcckte ihm der Schmied eine kleine Dose in die Hand: \u201eDas hier ist f\u00fcr dich, da sind alle Antworten enthalten die du brauchst. Es ist ein Gl\u00fccksbringer f\u00fcr die Zukunft.\u201c<\/p>\n<p>Boraida \u00f6ffnete die Dose und sah sich selbst in einem Spiegel.<\/p>\n<p>Lange Zeit betrachtete er sich selber im Spiegel, bevor er eine Entscheidung traf. Er legte das metallene<\/p>\n<p>Blatt ins Feuer und betrachtete, wie die Linien rot aufgl\u00fchten und dann verschwanden. Dann sprach er: \u201eich bin ein Wanderer, der sich verlaufen hat\u2026\u201c Der Schmied antwortete: \u201eSind wir das nicht alle? Was suchst du denn, Wanderer?\u201c Boraida suchte nach einer guten Antwort und sagte nach einer Weile langsam: \u201eEin neues Leben.\u201c Der Schmied klopfte ihm auf die Schulter: \u201eLass uns doch erst einmal was essen, ich habe einen riesigen Hunger\u2026\u201c Schweigend a\u00dfen sie zusammen. Dann fragte der Schmied: \u201eUnd, wohin geht die Reise nun?\u201c Boraida legte das Messer auf den Tisch und l\u00e4chelte:<\/p>\n<p>\u201eIn die Berge, ich habe geh\u00f6rt, dort kann ich auf dem h\u00f6chsten Gipfel die Sterne ber\u00fchren\u2026\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<hr \/>\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-512 alignleft\" src=\"https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/white_wolf_tavern.png\" alt=\"\" width=\"301\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/white_wolf_tavern.png 443w, https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/white_wolf_tavern-300x150.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 301px) 100vw, 301px\" \/><\/em><\/p>\n<p><em>Fian senkte die Stimme. \u201eUnd deshalb ist das Echo der Nacht grausam, aber nicht b\u00f6se; und wenn du an diesem Ort strandest, ist deine Hoffnung berechtigt \u2013 es gibt immer ein Licht in der Dunkelheit, doch es wird stets ein Tribut gefordert &#8230;\u201c Er beendete seine Worte mit einem letzten\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Akkord auf seiner Weidenlaute und neigte das Haupt. \u201eUnd ja, so Euch meine Art des Folk und\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>der Geschichte gefallen hat, bin ich ein gl\u00fccklicher Barde, der f\u00fcr Eure Geschichten allein durch die Dunkelheit wandert.\u201c<\/em><\/p>\n<div class=\"n4sEPd\">\n<div class=\"QFw9Te BLojaf\">\n<div id=\"ow16\" class=\"NQSJo\">\n<p><em>Er stellte seine Laute weg und ging zur\u00fcck an die Bar, um sein Pine Met zu trinken. F\u00fcr heute hatte er genug aufgespielt, Ein anderer Barde hatte schon \u00fcbernommen und sang ein Lied zu ehren der W\u00f6lfe in den hohen Bergen. <\/em><em>Sie stand auf und gesellte sich zu ihm und ber\u00fchrte sanft seinen unterarm. \u201eIch danke f\u00fcr diesen sch\u00f6nen Abend, kleiner Barde.\u201c <\/em><em>Er antwortete: \u201eIch w\u00fcrde ja zu einem Becher Met einladen, \u2026\u201c \u201eNun, der kleine Barde, vielleicht \u00fcberrascht sie dich ja?\u201c, unterbrach sie ihn.<\/em><\/p>\n<p><em>So bestellte er einen zweiten Becher Pine Met f\u00fcr sie und sie standen eine Weile still nebeneinander. Dann erhob sie leise das Wort: \u201eWorauf sollen wir ansto\u00dfen, kleiner Barde?\u201c Er stellte seinen Ellenbogen auf den Tisch um den Kopf auf der Pfote abzust\u00fctzen.<\/em><\/p>\n<p><em>Dann nahm er mit der anderen Pfote seinen Becher und sagte mit einem leicht ironischen L\u00e4cheln: \u201eWie w\u00e4re es mit \u201aauf Dinge, die da kommen werden\u2018 ?\u201c Sie nahm den Becher und stie\u00df mit seinem leise an. Sie l\u00e4chelte unter ihren eisblauen Augen, als sie sagte. \u201eKleiner Barde, auf Dinge, die da kommen werden.\u201c<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fian beendete seinen letzten Akkord und k\u00fcndigte eine Pause an. Er verbeugte sich wie es sich geh\u00f6rte vor seinem Publikum und ging zum Thresen an der Bar. Ja, sein Hals Hals war von der l\u00e4nge der Ballade \u00fcber das Echo der Nacht recht trocken, und so bestellte er sich einen Becher mit Pine Met. Als &#8230; <a title=\"Part 2 &#8211; Das Echo der Nacht\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/fian-the-bard.com\/de\/the-mistwood-lore\/part-2-the-echo-of-the-night\/\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Part 2 &#8211; Das Echo der Nacht\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_locale":"de_DE","_original_post":"https:\/\/fian-the-bard.com\/?p=215","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-511","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-the-mistwood-lore","de-DE"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/511","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=511"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/511\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=511"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=511"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=511"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}