{"id":514,"date":"2026-07-28T20:29:11","date_gmt":"2026-07-28T20:29:11","guid":{"rendered":"https:\/\/fian-the-bard.com\/?p=514"},"modified":"2026-10-11T18:44:01","modified_gmt":"2026-10-11T18:44:01","slug":"heartbeats-in-the-shadow-of-the-night","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fian-the-bard.com\/de\/the-mistwood-lore\/heartbeats-in-the-shadow-of-the-night\/","title":{"rendered":"Herzen im Schatten der Nacht"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #333399;\"><em>Es war dunkel.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><em>Naja, eigentlich nicht ganz, denn die Mondin schien durch das Fenster, durch das ich hinausblickte. Vergangenheit, Zukunft, alles vermag die Mondin zu erz\u00e4hlen, w\u00e4hrend sie hell ihre Bahn \u00fcber das Firmament des Himmels ihrem Weg folgt. Doch heute war es anders. Ja, der Bardenabend war sch\u00f6n, und ich hatte viel begeisterten Zuspruch, aber irgendwie ist mir nicht nach Freude.\u00a0Ich schaute hinauf in die Schw\u00e4rze des Firmaments und dachte mir noch, es sei eine wundersch\u00f6ne Nacht, als ich die Mondin fl\u00fcstern h\u00f6rte:<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><em>\u201eWarum ist dein Herz so endlos traurig? Warum weint es so?\u201c Erst dachte ich, ich h\u00e4tte mich get\u00e4uscht, aber dann fragte die Mondin noch ein weiteres mal. Die Mondin, hoch oben am Himmel, mal blass, mal wei\u00df am Himmel, mal in warmen Farben getaucht, sollte mein kleines Herz geh\u00f6rt haben, wie es vor Trauer weint? Meine Gedanken \u00fcberschlugen sich. \u201eJa\u201c, sprach die Mondin, \u201eIch habe dich wirklich gesehen. Was macht dich so traurig?\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><em>Ich klagte in diesen einsamen Minuten mein ganzes Leid, was auch immer mein Herz zum Weinen bringt.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><em>Und die Mondin h\u00f6rte zu.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><em>Dann war Stille.<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333399;\"><em>Einsamkeit.<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333399;\"><em>Unendliche Leere.<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333399;\"><em>Und dann geschah es\u2026<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333399;\"><em>Die Mondin sprach sanft und voller Zuversicht: \u201eLass mich dir eine Geschichte erz\u00e4hlen\u2026\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p>Werter Barde, ich vermute, eine Englische Version ist wohl auch verf\u00fcgbar? &#8211; Wohlan, Reisender \u00f6ffne er gar jene eine T\u00fcr.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Einst teilten sich die Tiere dieser Erde den Boden gemeinsam. Von dem gro\u00dfen B\u00e4ren bis hin zur kleinsten Maus lebten sie alle zusammen und waren gl\u00fccklich. Nur ein Tier war sehr ungl\u00fccklich: Eine kleine Maus. Was war bei dieser Maus anders? Nun, sie schaute den V\u00f6geln zu, wie sie von dem m\u00e4chtigen Tagstern, der Sonne, das Fliegen lernten. Und sie war voller Neid. Aber es war nicht dieser Neid, als wenn eine andere Maus mehr Futter besa\u00df, nein, es war der Neid der Sehnsucht. Zu f\u00fchlen, wie der Wind fr\u00f6hlich an ihr vorbei streicht, wenn sie durch die Luft tanzt. sie schaute dem Tagstern zu, wie er den V\u00f6geln das Fliegen lehrte und \u00fcbte des Nachts heimlich, was sie am Tag zuvor sah. Selbst die Sterne schauten weg, als sie die Maus vom Hang purzeln sah. Einzig die Mondin schaute zu, und war traurig dar\u00fcber, zu sehen, wie die kleine Maus ihren Traum nicht aufgab. Schlie\u00dflich lernten die V\u00f6gel das Fliegen und verlie\u00dfen die Erde, um in der H\u00f6he ihre Nester zu bauen. Sie lehrten den Kindern, was er, der m\u00e4chtige Tagstern, ihnen beigebracht hatte und waren von Stund\u2018 an die Wesen des Windes und der Luft.<\/p>\n<p>Die Maus blieb auf der Erde einsam und verlassen zur\u00fcck. Doch tief in ihrem Herzen gab sie niemals auf. Sie \u00fcbte und \u00fcbte, aber es wollte nicht gelingen. Schlie\u00dflich tat es der Mondin so weh, dass sie das Verbot, mit den Tieren zu sprechen, ignorierte. Sie war schlie\u00dflich neben dem gro\u00dfen Stern des Nordens das m\u00e4chtigste Wesen der Nacht am Firmament. Und so entschied sie, zu der Maus zu sprechen: \u201eWas tr\u00fcbt so sehr dein Herz, kleine Maus?\u201c<\/p>\n<p>Die Maus schaute sich ganz erschrocken um: \u201eWer spricht da?\u201c Die Mondin begann in warmen r\u00f6tlich-gelben Farben zu l\u00e4cheln: \u201eIch war das, schau nur mutig in den Himmel, kleine Maus.\u201c<\/p>\n<p>Die Maus schaute sch\u00fcchtern hinauf zur gro\u00dfen Mondin, wie sie hell und sch\u00f6n am Himmel leuchtete und sprach: \u201eEs ist nicht erlaubt, dass ich mit dir, oh m\u00e4chtige Mondin, spreche.\u201c Die Mondin l\u00e4chelte sanft, als sie antwortete: \u201eNun, deshalb spreche ich auch mit dir. Die Sterne h\u00f6ren weg, und der m\u00e4chtige Tagstern, mein Bruder, die Sonne, schl\u00e4ft. Wer also soll es verraten?\u201c<\/p>\n<p>Die Maus schaute sch\u00fcchtern hinauf: \u201eIch bestimmt nicht!\u201c<\/p>\n<p>\u201eNa siehst du\u201c, sprach die Mondin voller Zuversicht, \u201eund ich habe doch dich angesprochen, also was soll dir schon passieren?\u201c Die Maus \u00fcberlegte. Ja, was sollte der m\u00e4chtigen Mondin schon passieren, au\u00dfer schwach an manchen Tagen neben ihrem Bruder am Himmel zu leuchten? Ihr geh\u00f6rte der Nacht. Und so klagte sie das Leid ihres Herzens, dass sie wie die V\u00f6gel am Himmel den Tag begr\u00fc\u00dfen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Da sprach die Mondin: \u201eNun, diesen Wunsch kann ich dir nicht erf\u00fcllen. Meinem Bruder geh\u00f6rt der taghelle Himmel. Mir aber geh\u00f6rt die Nacht. Und was ich in dieser Zeit mache, das entscheide ich allein. Selbst der Stern des Nordens darf dar\u00fcber nicht entscheiden.\u201c<\/p>\n<p>Die Maus schaute hinauf zur Mondin. Sie verstand nicht. Die Mondin l\u00e4chelte ihr zu, und sprach auf einer Weise, dass es die kleine Maus verstand: \u201eDie Nacht geh\u00f6rt mir ganz alleine. Ich bestimme, wer meine Luft durchkreuzen darf. Die V\u00f6gel sind es nicht. Ich habe beschlossen, dass du es sein wirst.\u201c<\/p>\n<p>Die Maus stellte ihre Ohren auf. Da sie nicht glaubte, richtig geh\u00f6rt zu haben, fragte sie halb neugierig, halb voller Vorfreude und Angst sch\u00fcchtern: \u201eIch, oh m\u00e4chtige Mondin? Warum ausgerechnet ich?\u201c<\/p>\n<p>Die Mondin antwortete: \u201eNun, mein Bruder, die Sonne, nahm die sch\u00f6nsten Wesen der Erde, um ihnen das Fliegen zu lehren. Die V\u00f6gel waren voller Freude, die Entscheidung geh\u00f6rt zu haben und steckten ihre Schn\u00e4bel in die H\u00f6he. Ich aber sehe den tiefen Wunsch in deinem Herzen, die Sehnsucht, eine neue Welt zu erobern. Warum sollst du, kleine Maus, nicht das Fliegen lernen?<\/p>\n<p>Es ist ein Geschenk, dass ich deinem Herzen mache, denn es gab bei allen Schmerzen niemals das Tr\u00e4umen auf. Und glaube mir, ich habe gesehen, wie die anderen M\u00e4use \u00fcber den Traum gelacht haben.\u201c<\/p>\n<p>Die Maus war au\u00dfer sich vor Freude: \u201eWann lerne ich fliegen? Bitte, ich m\u00f6chte es so sehr\u2026\u201c<\/p>\n<p>Die Mondin lachte auch eine Weise, wie nur sie es Verstand: \u201eGeduld, kleine Maus, denn alles hat seinen Preis. Willst du nicht vorher wissen, was du daf\u00fcr bezahlen musst?\u201c Die Maus schaute in den n\u00e4chtlichen Himmel zur Mondin empor: \u201eWas gibt es denn, dass es sich nicht lohnt, f\u00fcr den Traum eines Herzens zu bezahlen? Wenn das Herz nur f\u00fcnf Minuten in ihrem Leben voller Freude tanzen kann, ist es das nicht wert? Ich w\u00fcrde alles bezahlen, selbst mein Leben w\u00fcrde ich geben f\u00fcr einen Augenblick, am Himmel tanzen zu k\u00f6nnen wie die V\u00f6gel, zu sp\u00fcren, wie die Luft an mir vorbei streicht!\u201c<\/p>\n<p>Die Mondin schaute zu der Maus sanft hinab: \u201eNun, dein Leben ist es nicht, dass ich verlange. Aber ich sagte dir, mir geh\u00f6rt nur die Nacht. Mehr kann ich dir nicht bieten, als unter mir im Wind zu tanzen. Und das ist der Preis. Wenn du dich f\u00fcr mich entscheidest, sagst du meinem Bruder, dem Tagstern, der Sonne, ein Lebewohl. Er wird dir nicht b\u00f6se sein, dessen sei dir sicher. Aber du kannst nur auf einer der beiden Seiten stehen, so will es das Gesetz unter den Sternen. Entscheide dich also nicht zu schnell, denn alles hat seine Konsequenzen.\u201c<\/p>\n<p>Mit diesen Worten verstummte die Mondin.<\/p>\n<p>So schaute die Maus zu, wie die Mondin und die Sterne verblassten. Langsam f\u00e4rbte sich das tintige Schwarz des Himmels in ein dunkles blau, und im Norden erschien ein blasser, r\u00f6tlicher Schimmer. Dieser r\u00f6tliche Schimmer begann zu brennen und die Sonne, der m\u00e4chtige Tagstern, erhob sich leuchtend rot \u00fcber den Horizont. Der Himmel schien in dem Augenblick zu brennen, als die warmen strahlen die Erde ber\u00fchrten und den Tieren ihre erste w\u00e4rme schenkten. Die V\u00f6gel erwachten und begangen, ihre Lieder zu singen. Die F\u00fcchse schlichen in der R\u00f6te des Morgens umher, Dachse schlichen unter die Erde, um zu schlafen, und das Leben fing von vorne an.<\/p>\n<p>Nur nicht f\u00fcr die Maus. Sie sah zum Himmel hinauf, und irgendetwas wusste tief in ihr, es war das letzte Mal, dass sie den Tagstern \u00fcber den Horizont hat steigen sehen. Und sie sp\u00fcrte den Blick des m\u00e4chtigen Tagsterns, wie er das Letzte mal auf die Maus hinabblickte, und tief in ihr Herz schaute. Und ja, Da h\u00f6rte sie selbst den Tagstern mit dunkler Stimme sprechen: \u201eDu m\u00f6chtest also mich verlassen?\u201c Die Maus zuckte zusammen: \u201eNein, also, ich wei\u00df auch nicht, ich m\u00f6chte nur das Fliegen lernen, \u2026\u201c<\/p>\n<p>Der m\u00e4chtige Tagstern l\u00e4chelte, als er sprach: \u201eDas ist nur den V\u00f6geln gestattet zu der Zeit, da der Himmel mir geh\u00f6rt. Es wurde entschieden, und selbst ich kann dieses nicht widerrufen. Aber meine Schwester hat mir von dir erz\u00e4hlt, kleine Maus, und ich beschlie\u00dfe, es ist einzig deine Entscheidung. Niemand wird b\u00f6se sein, wenn du deinem Herzen folgst.<\/p>\n<p>Aber w\u00e4hle gut! Denn du wirst mit deiner Wahl leben m\u00fcssen.\u201c mit diesen Worten zog der Tagstern seine stille Bahn am Firmament. Die Maus sah dem Tagstern zu, wie er \u00fcber das Firmament zog, und ihm die V\u00f6gel folgten, singend, im Wind tanzend, und sie war traurig. Sie verstand jetzt, dass sie entweder ihrem Herzen folgen m\u00fcsste, oder aber dem Tagstern und ihrer Bestimmung.<\/p>\n<p>Beides war nicht m\u00f6glich. Sie beobachtete den Tagstern, wie er langsam und gem\u00e4chlich in der r\u00f6tlichen Glut des Feuers den Boden ber\u00fchrte in der unfassbaren Ferne, und eine einsame Tr\u00e4ne viel auf den Boden. Es war der letzte Tag ihres Lebens, aber sie wusste, dass sie ihrem Herzen folgen muss. Als der Tagstern sich mit einem letzten roten Abendgru\u00df verabschiedete und er Mondin Reich verlie\u00df, wusste die Maus, was zu geschehen hatte.<\/p>\n<p>Sie wandte sich voller Stolz der Mondin zu und sprach: \u201eIch werde meinem Herzen und dem Weg der Mondin folgen, bis zum Ende aller Tage!\u201c Die Mondin l\u00e4chelte und antwortete, \u201eSo sei es, mein tapferer Ritter der L\u00fcfte\u201c, und eine einsame Tr\u00e4ne der Mondin viel in den Kelch einer Mondblume.<\/p>\n<p>Sie sprach abermals: \u201eTrinke den Kelch der Mondblume leer, und lege dich schlafen. Ich werde dich wecken, sobald mein Reich \u00fcber der Erde herrscht.\u201c Die Maus nahm die geheimnisvoll silbrig gl\u00e4nzende Tr\u00e4ne auf, und trank sie voller Freude in einem Zug. Kaum hatte sie die Tr\u00e4ne der Mondin getrunken, \u00fcberkam sie eine seltsame M\u00fcdigkeit. Ihre Glieder wurden schwer und sie legte sich im Schatten einer kleinen H\u00f6hle schlafen. Des Tagsterns letzter r\u00f6tlicher Gru\u00df war am Himmel zu sehen, und sie glaubte zu h\u00f6ren, wie er rief: \u201eDu bist deinem Herzen gefolgt, viel Gl\u00fcck auf deinem Weg\u2026\u201c , als die Mondin hell und klar am Firmament erschien.<\/p>\n<p>\u201eUnd?\u201c, sprach sie sanft, \u201eHast du etwas bemerkt?\u201c Die Maus schaute an sich hinab, und bemerkte ihre neuen Fl\u00fcgel. Sie schaute zuerst verwundert, und flatterte voller erstaunen umher. Die Mondin sprach zuversichtlich: \u201eDu wei\u00dft, wie es geht, denn das ist mein Geschenk an dich! Nur zu\u2026\u201c. Und mit vor Freude tanzendem Herzen erhob sich erste Fledermaus der Nacht \u00fcber den Boden, um ihrem Herzen zu folgen, und nicht der Bestimmung eines Lebens.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><em>Die Mondin l\u00e4chelte mir mit ihrem Leuchten sanft zu, und mir wurde warm um das Herz. Irgendwie wusste ich, dass sie Recht hat. F\u00fcr jetzt ist ein dunkler Weg durch den Wald vor mir. Und an dessen Ende wartet ein Schicksal.\u00a0 Und ja, Ich w\u00fcrde hinter dem Schickal sogar fliegen lernen\u2026 und vielleicht auch meinem Herzen folgen, wo immer es mich auch hinf\u00fchrt.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><em>Ich muss lediglich den Weg den Mut finden, entscheiden und einfach voranschreiten.<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war dunkel. Naja, eigentlich nicht ganz, denn die Mondin schien durch das Fenster, durch das ich hinausblickte. Vergangenheit, Zukunft, alles vermag die Mondin zu erz\u00e4hlen, w\u00e4hrend sie hell ihre Bahn \u00fcber das Firmament des Himmels ihrem Weg folgt. Doch heute war es anders. 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