{"id":616,"date":"2026-07-22T10:22:38","date_gmt":"2026-07-22T10:22:38","guid":{"rendered":"https:\/\/fian-the-bard.com\/?p=616"},"modified":"2026-10-16T10:47:21","modified_gmt":"2026-10-16T10:47:21","slug":"the-slient-lute-415-lass-hertzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fian-the-bard.com\/de\/fians-lute-music\/the-slient-lute-415-lass-hertzen\/","title":{"rendered":"The Slient Lute: 415?  &#8211; Lass Hertzen&#8230;"},"content":{"rendered":"<p data-path-to-node=\"5\">Hallo Freunde<\/p>\n<p data-path-to-node=\"5\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-42 alignleft\" src=\"https:\/\/fian-the-bard.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Fian-2-282x300-1.png\" alt=\"\" width=\"282\" height=\"300\" \/>Du liebe G\u00fcte, schon wieder hier versammelt\u2026 Es gibt auch was sch\u00f6nes zu berichten: Fians Lautentuner hat jetzt offiziell die Version 2.0 erreicht. Ich habe ein paar interessante Funktionen mit hinzugebastelt, von denen ich glaubem dass sie sch\u00f6n sind. Nun gut, setzt Euch doch an mein Lagerfeuer, schenkt Euch ein GlasWasser ein und schenkt mir Eure Aufmerksamkeit. Auch wenn es heute ein wenig technisch wird, keine Sorge, es lohnt sich. Wir tauchen ab in ein echtes musikalisches Mysterium. Und es gibt mal etwas mehr zu lesen ^^<\/p>\n<p data-path-to-node=\"5\">Es geht um einen Begriff, der in der Welt der historischen Instrumente wie ein heiliger Gral vor sich hergetragen wird:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b data-path-to-node=\"6\" data-index-in-node=\"300\">Die omin\u00f6sen 415 Hertz Barockstimmung<\/b>.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"7\">Wer sich eine Laute zulegt, stolpert unweigerlich \u00fcber diese magische Zahl. Auch ich habe mich dar\u00fcber schon ausgelassen. Meistens taucht diese komische Zahl in Kombination mit ehrfurchtgebietenden Begriffen wie <i data-path-to-node=\"7\" data-index-in-node=\"139\">\u201eFranz\u00f6sischer Barockstimmung nach F\u201c <\/i>auf, oder man wird als Neuling gerne belehrt, das diese Stimmung typisch f\u00fcr \u201edas Mittelalter\u201c war, warum das auch immer so ist\u2026 .<\/p>\n<hr \/>\n<p data-path-to-node=\"7\">Werte Reisende,\u00a0kennt ihr eigentlich schon die Geschichte des Heartstones? Ich meine, dieser Feuerkreis in dem ich das erste Mal der wei\u00dfen W\u00f6lfin, J\u00e4gerin der Nordberge, begegnet bin? Nun, dieses Kapitel findet ihr leider nicht hier auf den deutschen Seiten, denn den habe ich niemals \u00fcbersetzt. &#8230;<\/p>\n<p data-path-to-node=\"7\">Wenn Ihr wahrlich neugierig seid, dann folgt -&gt; <span style=\"color: #800000;\"><strong><a style=\"color: #800000;\" href=\"https:\/\/fian-the-bard.com\/fians-lute-music\/the-silent-lute-secret-of-the-heartstone\/\">diesem Pfad, &#8230;.\u00a0<\/a><\/strong><\/span> &lt;-<\/p>\n<hr \/>\n<p data-path-to-node=\"7\">Zusammengefasst, Mythen gibt es ohne Ende, und nat\u00fcrlich auch Ans\u00e4tze, dieses zu erkl\u00e4ren. Aber man darf immer nicht vergessen, dass \u201edie Mittelaltermusik\u201c oder \u201eder Mittelaltermarkt\u201c irgendwann in der Mitte der 1980er Jahre wieder zur\u00fcck in die Gesellschaft gekommen ist, und in dem Sinne keine wirklich gelebte neuzeitlich Geschichte hat. Und wenn man jetzt einfach mal pragmatisch nachdenkt, wie haben die wandernden Barden im fr\u00fchen Mittelalter eigentlich auf 415 Hz gestimmt, so ganz ohne Stimmger\u00e4te und Heinrich Hertz, nach dem die Hz ja benannt sind?<\/p>\n<p data-path-to-node=\"7\">Die Antwort darauf ist eigentlich sogar grandios einfach, es ist ein industrieller Etikettenschwindel, nicht mehr und nicht weniger<\/p>\n<p data-path-to-node=\"9\"><em>Der Mythos des mittelalterlichen Stimmtons<\/em><\/p>\n<p data-path-to-node=\"10\">Wie genau war denn fr\u00fchmittelalterliche Musik, also wenn so ein Barde durch das Land zog? Ja, es gibt Aufzeichnungen, und Chronisten, die das beschrieben haben, die Wahrheit aber ist: Es wei\u00df keiner, wie diese Musik klang, und dieser \u201eabsolute Stimmton\u201c ist eine hartn\u00e4ckige Legende, die in der Neuzeit gepr\u00e4gt wurde. Niemand wusste, wer oder was \u201eHertz\u201c ist. Wenn ein Barde in eine Taverne kam, richtete er die Stimmung seines Instruments nach ganz anderen Dingen aus:<\/p>\n<ul>\n<li>Die \u00f6rtlichen Gegebenheiten<\/li>\n<li>Das Wetter<\/li>\n<li>Die Stimme des S\u00e4ngers oder Erz\u00e4hlers<\/li>\n<li>Die Stimmung des Ortes und der G\u00e4ste<\/li>\n<li>Und was nicht alles rein subjektives Zeug<\/li>\n<\/ul>\n<p data-path-to-node=\"11\">Wenn man sich Wandermusiker \u00fcberhaupt an etwas orientierte, dann wohl neben der Erfahrung am ehesten am \u00f6rtlichen \u201eChorton\u201c \u2013 also an der Orgel der Kirche, und deren Pfeifen klangen eben so exakt, wie der Orgelbauer sie f\u00fcr das jeweilige Kirchenschiff berechnet hatte oder bauen konnte. War es also an einem feuchtkalten Wintermorgen an einem Lagerfeuer im Wald schwer, die hohen T\u00f6ne zu treffen, stimmte der Musikus sein Instrument eben einfach tiefer, oder ganz anders, eben so wie es passte. Erst sehr viel sp\u00e4ter behalf man sich mit kleinen h\u00f6lzernen Stimmpfeifen oder nahm Instrumente mit relativ fester Bauweise als Referenz.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"12\"><em>Woher kommen also diese omin\u00f6sen \u201e415 Hz\u201c?<\/em><\/p>\n<p data-path-to-node=\"12\">Eigentlich aus dem Kniefall gegen\u00fcber dem industriellen Pragmatismus der Neuzeit:<\/p>\n<p data-path-to-node=\"12\">Als im 20. Jahrhundert die historische Markt-Musikkultur \u00fcberraschend wiederbelebt wurde, gab es ein Problem. Auf einmal waren historische und historisch angehauchte Musikinstrumente begehrt, und es keinerlei Infrastruktur oder gr\u00f6\u00dfer angelegte Erfahrungswerte. Mit steigender St\u00fcckzahl und aufkeimender Serienfertigung brauchte man einen Standard. Dieser \u201eStandard\u201c richtete sich als Konsequenz auch nach der Erwartungshaltung der Marktbesucher, und deren Leitbild waren Historienfilme, und nat\u00fcrlich Fantasy aus Hollywood: Rauschpfeiffen, Trommeln, Fanfahren, also laute, dumpf wummernde Musik auf der Stra\u00dfe f\u00fcr das Volk vs. h\u00f6fische Hochkultur mit feinen Kl\u00e4ngen in den Burgs\u00e4len, wo von Liebe und Romantik ges\u00e4uselt wurde.\u00a0 Es hat sich also was schleichend aus einem Klischee heraus etabliert:<\/p>\n<p data-path-to-node=\"12\">Die 415 Hz liegen mathematisch exakt einen Halbton unter unserem heutigen genormten Kammerton von 440 Hz.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"12\">So konnten moderne Instrumentebauer mit einer verschiebbaren Tastatur arbeiten: Ein Klick nach rechts, und man spielte auf \u201eBarock\u201c oder \u201eMittelalter\u201c. Das klang \u201efremd, aber nicht zu fremd\u201c, und passte daher eben so in das Weltbild, dass es gut und standardisiert werden konnte.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"13\">Wenn ich also sage, ich spiele in <i data-path-to-node=\"13\" data-index-in-node=\"34\">\u201efranz\u00f6sischer Barockstimmung nach F auf 415 Hz\u201c<\/i>, meine ich \u00fcbersetzt:<\/p>\n<p data-path-to-node=\"13\">Ich spiele eine etwas gr\u00f6\u00dfere F-Laute mit einer bestimmten Intervall-Gewichtung, aber der Einfachheit halber auf den \u201emodernen Standard-Barockton\u201c \u2013 was immer das auch sein mag \u2013 geeicht, damit ich nicht v\u00f6llig sinnlos f\u00fcr mich ganz alleine in der Wildnis spiele, weil (ja passt sogar im Jahr 2026) irgend ein Hansel mal vor 40 Jahren erfolgreich 415 Hz als \u201edieses Mittelalterged\u00f6nsel\u201c eingef\u00fchrt hat und alle mitgezogen haben, einfach weil es sich Fancy anh\u00f6rte.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"14\"><em>Ja, und jeder Instrumentenbauer wird jetzt weinen\u00a0 : Hierzu gibt es auch einen passenden \u201eBullshit\u201c-Disclaimer, oder auch Kunst vs. Handwerk genannt.<\/em><\/p>\n<p data-path-to-node=\"15\">Und damit wird es auch langsam spannend. Wenn wir uns moderne Instrumente anschauen (wie meine Laute, auf der ich spiele), sind diese kompromisslos auf den modernen Markt genormt. Damit stellt man sicher, dass egal wo auf der Welt, Musikinstrumente harmonisch passen. Es wurde irgendwann einmal von der Musikindustrie festgelegt:<\/p>\n<p data-path-to-node=\"15\">Ja, die Referenz ist Kammerton A, 440 Hertz, und basta!<\/p>\n<p data-path-to-node=\"15\">Auf der Basis rechnet ein Instrumentenbauer, und ab Werk kommen diese Instrumente in der Regel mit einem Saitensatz, der exakt auf eine G-Stimmung mit hellen 440 Hz berechnet ist. Wenn man nun \u2013 so wie ich \u2013 die Mechanik und Physik ignoriert, und diese Werksbesaitung auf eine tiefere F-Stimmung \u2013 was noch in Ordnung w\u00e4re \u2013 aber dann zus\u00e4tzlich auf 415 Hz herunterkurbelt, ist das laut Hersteller eigentlich v\u00f6lliger Bullshit:<\/p>\n<p data-path-to-node=\"17\">Physikalisch betrachtet provoziert das eine sogenannte <i data-path-to-node=\"17\" data-index-in-node=\"44\">mechanische Impedanz-Fehlanpassung<\/i>. Den Saiten fehlt schlichtweg die statische Spannung, um die Resonanzdecke optimal anzuregen. Nicht nur, dass die Saiten einen ganzen Ton runtergestimmt werden, ich lege durch die 415 Hz sogar noch einen halben Ton obendrauf. Das hat Konsequenzen: Das Instrument funktioniert pl\u00f6tzlich wie ein Tiefpassfilter und w\u00fcrgt kurzerhand die hellen Obert\u00f6ne ab.<\/p>\n<ul>\n<li data-path-to-node=\"17\">F\u00fcr den Instrumentenbauer ist das Sabotage.<\/li>\n<li data-path-to-node=\"17\">F\u00fcr mich als Barde ist es mein pers\u00f6nlicher k\u00fcnstlerischer Fingerabdruck.<\/li>\n<\/ul>\n<p data-path-to-node=\"18\"><em>Warum sollte die \u201efalsche\u201c Besaitung genau richtig sein?<\/em><\/p>\n<p data-path-to-node=\"19\">Ehrlich gesagt, ist die Frage hier falsch gestellt \u2013\u00a0es geht hier um zwei v\u00f6llig unterschiedliche Ans\u00e4tze, und beide haben ihre Berechtigung:<\/p>\n<table data-path-to-node=\"20\">\n<thead>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><strong>440 Hz in G (Hersteller-Norm)<\/strong><\/td>\n<td><strong>415 Hz in F (Tavernen-Norm)<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td><span data-path-to-node=\"20,1,0,0\"><b data-path-to-node=\"20,1,0,0\" data-index-in-node=\"0\">Atmosph\u00e4re<\/b><\/span><\/td>\n<td><span data-path-to-node=\"20,1,1,0\">Kammerkonzert &amp; Hofmusik<\/span><\/td>\n<td><span data-path-to-node=\"20,1,2,0\">Lagerfeuer, Marktgeschen &amp; rustikaler Pub<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span data-path-to-node=\"20,2,0,0\"><b data-path-to-node=\"20,2,0,0\" data-index-in-node=\"0\">Klangfarbe<\/b><\/span><\/td>\n<td><span data-path-to-node=\"20,2,1,0\">Hell, strahlend, fast steril<\/span><\/td>\n<td><span data-path-to-node=\"20,2,2,0\">Rauchig, dumpf, erdig<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span data-path-to-node=\"20,3,0,0\"><b data-path-to-node=\"20,3,0,0\" data-index-in-node=\"0\">Spielgef\u00fchl<\/b><\/span><\/td>\n<td><span data-path-to-node=\"20,3,1,0\">Robust, modern und Reproduzierbar<\/span><\/td>\n<td><span data-path-to-node=\"20,3,2,0\">Hyper-sensible Diva mit eigenem Willen<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p data-path-to-node=\"21\">Auf modernen 440 Hz und korrekter Tonlage schnalzt der Ton sicher und perkusiv fast wie bei einer Gitarre aus dem Korpus, das Instrument steht so unter Zugkaft, dass es sich technisch durchsetzt. Super f\u00fcr Kammerkonzerte oder gro\u00dfe Hallen, wo ein heller Klang und technische Perfektion ben\u00f6tigt wird, aber diese hellen klaren, fast sterilen T\u00f6ne opfern das, was man mit einer Laute in Verbindung bringt:<\/p>\n<p data-path-to-node=\"21\"><em>Ein atmendes Instrument, dass sich einen Partner w\u00fcnscht.<\/em><\/p>\n<p data-path-to-node=\"21\">Hier schlie\u00dft sich dann auch der Kreis\u2026 Der dumpfe, unterspannte 415-Hz-Ton r\u00e4umt das Frequenzspektrum auf. Er webt einen dunklen, wabernden Teppich aus Mittelt\u00f6nen, auf dem ein rauer Gesang thronen kann, ohne maskiert zu werden.\u00a0Aber seid gewarnt: Zwingt man die Laute in diesen Spannungsabfall, wird sie zur absoluten Diva.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"21\">Wer jetzt mit robuster Lagerfeuer-Gitarren-Attit\u00fcde hart in die Saiten langt, erzeugt nur scheppernden Klangmatsch. Das Instrument bestraft jede Hektik und verlangt pl\u00f6tzlich eine fl\u00fcsternde, fast schon ehrf\u00fcrchtige Kontrolle in den Fingerspitzen.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"23\"><em>So weit so gut, dass sind \u201eIndustrie-Standards\u201c, aber da kann man doch bestimmt noch mehr drann drehen?<\/em><\/p>\n<p data-path-to-node=\"24\">Ja, kann man tats\u00e4chlich \u2013 aber es muss einem klar sein, dass in dem Moment, wo man die Standards verl\u00e4sst, das Instrument eben auch sehr individuell wird, und nicht mehr einfach so mit anderen Instrumenten kombinierbar sein kann.<\/p>\n<ul>\n<li data-path-to-node=\"24\">Instrumente wie eine Geige k\u00f6nnen sich darauf einstellen.<\/li>\n<li data-path-to-node=\"24\">Manche Fl\u00f6ten lassen sich \u00fcber den Hals nachjustieren,<\/li>\n<li data-path-to-node=\"24\">Ein Bordhr\u00e1n atmet mit dynamischen Spannungsver\u00e4nderungen beim Trommeln.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Filigrane ist der \u201egoldene Schnitt\u201c: Um genau diesen Punkt zwischen dumpfen T\u00f6nen und eben dieser steriler Brillanz zu finden, muss man einen St\u00fcck weiter gehen, denn eine perfekte Stimmung ist kein Schalter, sondern als Dimmer!<\/p>\n<p data-path-to-node=\"25\">Jetzt wird es philosophich, mein Ansatz ist dieser:<\/p>\n<p data-path-to-node=\"25\"><b data-path-to-node=\"26,0,0\" data-index-in-node=\"0\">Schritt 1: Das Fundament legen<\/b><\/p>\n<p data-path-to-node=\"25\"><em>Ich starte mit einem Lautentuner stur auf 415 Hz. Damit habe ich die maximale Dunkelheit und ja, die meisten Musikinstrumente wie auch meine Laute k\u00f6nnen mit 415 hertz noch arbeiten, aber man muss mit Abstrichen leben.\u00a0<\/em><\/p>\n<p data-path-to-node=\"26,1,0\"><b data-path-to-node=\"26,1,0\" data-index-in-node=\"0\">Schritt 2: Den Nebel lichten:<\/b><\/p>\n<p data-path-to-node=\"26,1,0\"><em>Nun nehme ich ein Referenzger\u00e4t und kurbel die Spannung der tiefen Bass-Saiten (die bei 415 Hz extrem schlackern) nach oben, oft in Richtung <b data-path-to-node=\"26,1,0\" data-index-in-node=\"191\">425 Hz<\/b>. Das reicht \u00fcberraschenderweise schon aus, dass die tiefen Saiten nicht mehr so zickig sind und sich stabilisieren.\u00a0<\/em><\/p>\n<p data-path-to-node=\"26,2,0\"><b data-path-to-node=\"26,2,0\" data-index-in-node=\"0\">Der pers\u00f6nliche Sweet-Spot:<\/b><\/p>\n<p data-path-to-node=\"26,2,0\"><em>Der ist tats\u00e4chlich wetterabh\u00e4ngig, und liegt auch bei der Tagesform der Laute selber. Ich h\u00f6re exakt in dem Moment auf, in dem das unkontrollierte \u201eWummern\u201c der B\u00e4sse aufh\u00f6rt, und die Saiten anfangen, kernig zu \u201eknurren\u201c. <\/em><em>Klingt komisch, aber das kann man wirklich h\u00f6ren und sogar im ganzen Corpus der Laute sp\u00fcren, vor allem im Ausklang der gespielten Saite.\u00a0<\/em><\/p>\n<p data-path-to-node=\"26,2,0\"><b data-path-to-node=\"26,2,0\" data-index-in-node=\"0\">Alle anderen Saiten nachziehen:<\/b><\/p>\n<p data-path-to-node=\"26,2,0\"><em>Das dauert eine Weile \u2013 bis alle Saiten sich wieder beruhigt haben. Durch die Holzsteckwirbel bekommt man sowieso nicht alle Saiten wirklich perfekt hin, aber das Ziel ist irgendwo bei 425 Hertz\u2026\u00a0<\/em><\/p>\n<p data-path-to-node=\"27\">Damit habe ich meinen eigenen Standard gefunden. Das Rauchige bleibt, allerdings ohne diese dumpfe Nuance.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"28\"><em>Die unverkennbare Signatur des Barden<\/em><\/p>\n<p data-path-to-node=\"29\">Diese eigenwillige Manipulation der Stimmung bringt uns \u00fcbrigens wieder dahin, was ich unter <em>Leise Lauten \u2013 Wissenswertes \u00fcber die Spielmethode<\/em>\u00a0so sch\u00f6n mit meiner Erz\u00e4hlung \u00fcber die absolute Individualisierung des Instruments angeschnitten hatte:<\/p>\n<p data-path-to-node=\"30\">Dadurch, dass ich die Laute gezielt in dieser unterspannten Grauzone halte, wird sie zu einer physischen Erweiterung von mir selbst. Kein anderer Musiker k\u00f6nnte dieses Instrument einfach in die Hand nehmen und sofort fehlerfrei darauf spielen. Er w\u00fcrde entweder die schlaffen B\u00e4sse zum Schnarren bringen, den fehlenden Widerstand der Saiten monieren, oder aber \u201eseine\u201c Cantino hat nicht die Brillianz, die er haben will.\u00a0 Das Instrument erfordert nun <i data-path-to-node=\"30\" data-index-in-node=\"386\">meinen<\/i> spezifischen, zur\u00fcckhaltenden Anschlag. Es ist genau diese hochgradige, fast schon starrsinnige Individualisierung der Physik, durch die ein Barde damals wie heute seine unverkennbare, einzigartige Klangsignatur in die Welt getragen hat.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"31\"><em>Diese Vorgehensweise hat auch noch einen anderen Effekt<\/em><\/p>\n<p data-path-to-node=\"32\">Einen massiven Vorteil hat das Stimmen auf 415 Hz \u00fcbrigens noch, den euch kein Lehrbuch verr\u00e4t: Es ist eine mechanische Lebensversicherung f\u00fcr mein Instrument:<\/p>\n<p>Die Holzwirbel einer Laute sind reine Steckwirbel, und haben keine \u00dcbersetzung.\u00a0 Alles, was man eindreht, wird im Verh\u00e4ltnis 1:1 umgesetzt. Wer das erste Mal eine Laute stimmt und an den Wirbeln kurbelt, untersch\u00e4tzt diese direkte Hebelwirkung fast immer. Man dreht einen Millimeter und schie\u00dft klanglich meilenweit \u00fcbers Ziel hinaus. Da neue Saiten sich in den ersten Tagen ohnehin extrem dehnen, rei\u00dfen sie gnadenlos, wenn man ungeduldig versucht, sofort stramme 440 Hz zu erzwingen. Genauso ist es auch, wenn man die Laute in unterschiedlichen Wetterbedingungen stimmen will. Bei Feuchte quellen die Holzwirbel leicht auf und man ben\u00f6tigt mehr Kraft und schon ist es passiert.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"33\">Wer den initialen Zielton aber tief unten bei 415 Hz ansetzt und nachjustiert, muss vielleicht mehrfach nachstimmen, aber setzt auf eine gewaltige physikalische Knautschzone. Selbst wenn man jetzt \u00fcberdreht, landet man h\u00f6chstens im 440 Hz \u2013 ein Bereich, den die Laute, die Saiten und der aufgeleimte Steg problemlos aushalten.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"35\">In diesem Sinne:<\/p>\n<p data-path-to-node=\"35\">Zwingt dem Instrument keine Norm auf, sondern findet den Klang, der Eure Geschichte tr\u00e4gt.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"36\">Bis zum n\u00e4chsten Mal am Lagerfeuer!<\/p>\n<p data-path-to-node=\"36\"><em><strong><span style=\"font-family: 'comic sans ms', sans-serif;\">Euer Fian<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo Freunde Du liebe G\u00fcte, schon wieder hier versammelt\u2026 Es gibt auch was sch\u00f6nes zu berichten: Fians Lautentuner hat jetzt offiziell die Version 2.0 erreicht. Ich habe ein paar interessante Funktionen mit hinzugebastelt, von denen ich glaubem dass sie sch\u00f6n sind. 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